Dehmel Projekt

https://dehmel-digital.de/

Die Visualisierung und Erschließung des weitgespannten persönlichen Netzwerkes von Richard Dehmel ermöglicht interessante Einblicke in die Bedeutung Dehmels und seines Einflusses auf die Kunstszene zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Sitzender Mann mit Mobiltelefon
Richard Dehmel texting / midjourney und Thomas Jäger

Um 1900 galt Richard Dehmel als einer der wichtigsten deutschsprachigen Lyriker nicht nur seiner eigenen Zeit. Seine Texten wurden von zeitgenössischen Komponisten vertont, er war für viele jüngere Dichter Mentor und unterhielt zusammen mit seiner zweiten Frau, der Frauenrechtlerin und Kunstförderin Ida Dehmel, ein weitgespanntes Freundschaftsnetz das die wesentlichen künstlerischen und intellektuellen Größen dieser Zeit verband.

Ida Dehmel selber sammelte ihre Korrespondenz in Briefschränken, die heute den Grundbestand des Dehmelarchivs bilden. In den Briefen und Postkarten, die vom Ehepaar Dehmel geschrieben und an sie gerichtet waren, manifestiert sich die deutschsprachige Moderne und es entsteht ein vielstimmiger lebendiger Chor, in dem sich das geistige Leben dieser Umbruchszeit artikuliert.

Zusammen mit dem Dehmelhaus und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, unterstützt durch die Hermann Reemtsma Stiftung, hat sich ein Team der Hamburger Universität unter der Leitung von Julia Nantke der digitalen Erschließung dieses Briefarchives angenommen.

Das Ziel des ehrgeizigen, auf Fachkonferenzen gefeierten Projektes, geht deutlich darüber hinaus die Faksimile der Korrespondenz im Internet bereitzustellen und Transkriptionen anzubieten, die helfen auch die schwungvollen Schriftzüge auf Postkarten prominent besetzter Badegruppen des Fin-de-siècle zu entziffern.

Bereits etablierte Methoden der Digital Humanities sollen helfen dieses einzigartige Korpus wirklich zum Sprechen zu bringen und zugleich sollen neue Methoden gefunden und erprobt werden, die auf Briefkorpora dieser Art angewendet werden. Dabei kommen den von der SUB Hamburg bereits erfassten Metadaten besondere Bedeutung zu, die nun systematisch für digitale Abfragen und Analysen aufbereitet und bereitgestellt werden.

Auszug Archivalie

Die pagina-DH hat die Aufgabe übernommen, basierend auf den Entwürfen des Teams der Hamburger Universität, das Internetportal zu gestalten, das als Frontend dieses Projektes Laien und Experten einen Zugang zu diesem Korpus ermöglichen soll. Besonderes Augenmerk liegt für uns darin, die Vernetzungen die sich aus den Kontakten der Korrespondenz ergeben nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch zugleich als Navigationsinstrumenten zu den Dokumenten einzusetzen und damit ein hermeneutisches Werkzeug bereitzustellen.

Besonders anschaulich verbindet sich dieses Werkzeug auch in der Kartenansicht mit der facettierten Suche über den Metadaten: Es ist zum Beispiel möglich Verbindungen zwischen Korrespondenten auf einen Zeithorizont einzuschränken uns systematisch den Wandel der Brieffrequenz zwischen bestimmten Absender:innen und und Empfänger:innen über eine Zeitperiode zu verfolgen.

Screenshot Dehmel Digital Webseite

Zur Webseite: https://dehmel-digital.de/

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